|
Konstruktion und Tragwerk Eine Fachwerkkonstruktion stellt ein stabförmiges System dar. Alle statisch wirksamen Kräfte werden von einem Holzskelett mit rechnerisch gelenkigen Knotenpunkten aufgenommen und abgeleitet. Dieses Merkmal bestimmt den Begriff eines Fachwerkgefüges bis heute (Fachwerkträger, räumliches Fachwerk usw. ). Die Ausfachung erfüllt ausschließlich wand- oder raumabschließende Funktion. Zur Verbindung der Holzstäbe untereinander dienten früher zahlreiche, teilweise aufwändige Holzverbindungen wie Zapfen, Versätze oder Verblattungen. Die Verbindungen waren mit Holznägeln gesichert.
Bauphysik Historische Fachwerkbauten sind zu Zeiten errichtet worden, als die Lebensgewohnheiten, der Wohnkomfort und insgesamt die Nutzung der Bauten anders waren als heute. Eine ausreichende Wärmedämmung beispielsweise wird heutzutage von den Gebäudenutzern jedoch vorausgesetzt. Bei außenseitiger Dämmung, z.B. in Kombination mit Holz- oder Schieferfassade, lässt sich dies relativ einfach realisieren. Bei sichtbarem Fachwerk und innenseitiger Dämmung ist der bauphysikalisch richtigen Ausführung hohe Sorgfalt zu widmen, insbesondere hinsichtlich der luftdichten Ebene. Diese sollte andererseits im Sommer auch eine Dampfdiffusion nach innen erlauben, damit das Fachwerk nach beiden Seiten austrocknen kann.
|  |  | Ausführung Der Bau eines Fachwerkhauses ist durch die Vielzahl der Verbindungen und den hohen handwerklichen Anspruch vergleichsweise aufwändig. Durch maschinelle Fertigung mittels computergesteuerter Abbundmaschinen können die Elemente vorgefertigt werden. Dies bedeutet eine deutliche Arbeitserleichterung. Das Aufstellen bleibt hingegen ein vergleichsweise arbeitsintensiver Vorgang. Die Ausfachung wird in einem zweiten Arbeitsgang auf der Baustelle in die Gefache eingebracht. | | | | |
|